Gutachten prüfen Kinder in der Begutachtung

Entwicklung. Autonomiephasen und andere Entwicklungsphasen bei Kindern

Leider berücksichtigen viele Gutachter die Entwicklungsphasen von Kindern nicht, wenn sie ihr Gutachten erstellen. Völlig normale Verhaltensweisen von Kindern werden plötzlich vom Gutachter als Problem der Eltern dargestellt. Prüfen Sie deshalb ihr Gutachten auf diese Fehler und machen sie das Gericht schriftlich darauf aufmerksam.

Die Autonomiephase beginnt meistens zum Ende des zweiten Lebensjahres und dauert ca. bis zum Ende des vierten Lebensjahres. Sie gehört zu den kritischen Entwicklungsphasen, in der das Kind sein „Ich“ entdeckt.

S. 155,Abs.Abs.3,4

Zitat:

(…) „Scheinbar ohne ersichtlichen Grund gerät das Kind zuweilen in Wut, bekommt einen hochroten Kopf, schreit laut
„Nein“ wirft sich auf den Boden, tobt und schlägt wild um sich. Auf jeden Versuch der Beruhigung reagiert es mit noch lauterem Schreien und noch wilderem Um-sich-Schlagen.“

Quelle: Hartmut Kasten, 4. Auflage 2013, 0-3 Jahre, Entwicklungspsychologische Grundlagen.

Fremdeln

S.118, Abs.1

Zitat:

(…)“Fremdeln scheint ein universell verbreitetes Verhalten zu sein, das die meisten Kinder mehr oder weniger deutlich zeigen. Sie reagieren plötzlich mit Angst auf fremde Personen, die ihnen zu nahe kommen. Das Fremdeln tritt häufig serh plötzlich auf, in der Regel im achten oder neunten Lebensmonat.

Deshalb wird es auch Achtmonatsangst genannt.“

Quelle: Hartmut Kasten, 4. Auflage 2013, 0-3 Jahre, Entwicklungspsychologische Grundlagen.

Entwicklung der Empathiefähigkeit ( ab ca. 2. Lebensjahr bis ins Grundschulalter)

S. 193, Abs. 3

Zitat:

(…) „Frühestens im Verlauf des zweiten Lebensjahres können sich an spontane Gefühlsansteckungen Empathiereaktionen anschließen

Eine etwas deutlichere Differenzierung zwischen den eigenen Gefühl und dem der anderen Person wird im Verlauf des dritten Lebensjahres möglich.

Es ist jedoch ein weiter Weg, bis Kinder im späten Grundschulalter es dann wirklich schaffen, sich in ihr Gegenüber angemessen einzufühlen und hineinzudenken. Erst dann lernen sie einzuschätzen, was in der anderen Person vorgeht, welche Gefühle, Wünsche und Empfindungen sie hat, was sie weiß und was sie nicht weiß, was sie zu tun beabsichtigt und wie sie sich möglicherweise ihnen gegenüber verhalten wird.“

S.192 Abs.4

Zitat:

(…) Empathie

Die Ausbildung von Empathie, einem Teilbereich der sozialen Kognition, bereitet sich im Laufe des dritten Lebensjahres vor.“

S.193, Abs. 1

Zitat:

Mit Empathie (umgangssprachlich Einfühlungsvermögen) wird die Fähigkeit bezeichnet, sich geistig- verstandsmäßig in einen anderen Menschen hineinzuversetzen, seine Gefühle nachzuvollziehen und sich damit über seine innere Verfassung und die daraus resultierenden möglichen Handlungen klar zu werden.“

Quelle: Hartmut Kasten, 4. Auflage 2013, 0-3 Jahre, Entwicklungspsychologische Grundlagen.

Erkenntnisse der Genetik zur Entwicklung von Kindern

Erkenntnisse der Genetik

S.33, Abs.5

Zitat:

(…) “ Der Freiburger Neurobiologe und Psychotherapeut kommt zu der Überzeugung, dass Beziehungserfahrungen ihren „Fingerabdruck“ in den biologischen und genetischen Strukturen unseres Körpers hinterlassen: Traumatische, im Kleinkindalter gemachte Erfahrungen werden neurobiologisch abgespeichert und können noch nach Jahren als körperliche und seelische Krankheiten ihre Wirkung entfalten (Bauer 2006)“

Quelle: Hartmut Kasten, 4. Auflage 2013, 0-3 Jahre, Entwicklungspsychologische Grundlagen.

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