Gesetze und Urteile zum Thema Gutachter Gutachten prüfen Psychologische Testverfahren

Darf mein Gutachter eine Diagnose „psychische Störung“ bei mir stellen ?

Viele Eltern fallen aus allen Wolken wenn sie in ihrem Gutachten lesen, dass sie angeblich unter einer psychischen Strörung leiden. Meist lautete die Beweisschlussfrage des Gerichts schon gar nicht, ob einer der Eltern psychisch krank ist. Dazu kommt meist, dass die Guachter die Eltern weder körperlich untersucht haben, noch eine Blutentnahme durchgeführt haben. Trotzdem stellen sie munter Diagnosen. Sehr beliebt ist es den Eltern ein Münchhausensyndrom oder ähnliches zu unterstellen.

Die Psychotherapeutenkammer Bremen nimmt zum Thema, wer Diagnosen stellen darf, folgendermaßen Stellung (vom 14.12.2011)

S.9, Abs 10

Zitat (…)

„< 2. Approbierten Behandlern vorbehaltene versus delegierbare Tätigkeiten

Wie unter 3. dargelegt, ist bei der Delegation von Tätigkeiten zu unterscheiden:

„Tätigkeiten, die dem Vorbehalt unterliegen, durch Approbierte selbst ausgeführt zu werden, und die daher nicht delegiert werden dürfen. Es handelt sich also um psychotherapeutische Tätigkeiten, die dem heilkundlichen Behandlungsvorbehalt in der Weise unterfallen, dass sie nur von approbierten Personen ausgeübt werden dürfen.“

S.10, Abs 8,

Zitat:

(..) „Die Diagnose und Indikationsstellung fällt in den Bereich von Fachärzten der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und von Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten. Allen ist gemeinsam, dass sie über eine staatliche Approbation und über hohe fachliche Voraussetzungen entsprechend der fachlichen Standards verfügen, die über Weiter- bzw. Ausbildung erworben wurden.“

S.11, Abs. 4-7

Zitat

(…) „Als Beispiele für nicht delegierbare heilkundliche Tätigkeiten im Bereich Diagnostik und Indikationsstellung werden gesehen:

· Vorgespräche (Probatorik)

· Aufnahmen einschl. Anamnese, psychischer Befund, Erhebung von Risikofaktoren

(zusätzlich ist jeweils eine ärztliche Aufnahme mit körperlicher Untersuchung erforderlich)

· Diagnose– und Indikationsstellung

· Aufklärung des Patienten über Diagnosen, Befunde, Risiken (z.B. auch Beratung zur

Fahreignung im Rahmen der Erkrankung und bei Einnahme von Neuroleptika)“

Quelle: <http://www2.pk hb.de/uploads/rechtsstatus_pp_kliniken_111214end.pdf > (aufgerufen am 15.09.2015)

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen schreibt dazu folgendes:

Zitat (…)
Der approbierte Psychologe hat das Recht und trägt die Verantwortung sowohl für die Erstellung von Diagnosen als auch für seine Entscheidung über eine Psychotherapie und ihre Durchführung. Im Gesetzestext heißt es hierzu: „Ausübung von Psychotherapie im Sinne dieses Gesetzes ist jede mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren vorgenommener Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist.“

Quelle: Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, S.1, Abs.5,6 <http://www.bdp-verband.org/bdp/politik/alte/010_sachverstaendige.shtml> (aufgerufen am 22.09.2015)

Diagnostik: Diagnosen

Die richtige Diagnose ist die entscheidende Voraussetzung für eine adäquate Therapie. Eine vollständige psychiatrische Diagnostik setzt sich aus dem Untersuchungs-Gespräch, der körperlichen Untersuchung und aus verschiedenen, zusätzlichen Maßnahmen (z.B. Labor, apparative Verfahren, Tests) zusammen. Das direkte Gespräch zwischen Arzt und Patient stellt das Kernstück einer psychiatrischen Untersuchung dar und ist für die Diagnosestellung unerlässlich. Gleichzeitig dient es dem Aufbau einer therapeutischen Arzt-Patienten-Beziehung, da eine Vertrauensbasis für die weitere Betreuung gewährleistet sein muss.

Alle Informationen zusammen, zu denen auch häufig noch Angaben von Angehörigen (Fremdanamnese) herangezogen werden, geben dem Psychiater schließlich Aufschluss über die vorliegende Erkrankung oder Erkrankungen.

Woher weis ich ob mein Gutachter eine Approbation hat?

Ärzte haben z.B. eine Approbation. Oder ein Psychtherapeut.

(…) „Um die Approbation zu erhalten, muss der Diplom-Psychologe nach seinem Studium der Psychologie zusätzlich eine mindestens dreijährige Psychotherapieausbildung in einem anerkannten wissenschaftlichen Verfahren einschließlich einer mindestens einjährigen Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik mit einem Staatsexamen als Abschluss absolvieren.

Quelle: Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, S.1, Abs.5,6 <http://www.bdp-verband.org/bdp/politik/alte/010_sachverstaendige.shtml> (aufgerufen am 22.09.2015)

(Dies ist keine Rechtsberatung. Fragen Sie ihren Anwalt wenn sie gedenken diese Informationen für Ihren Fall anzuwenden.)

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