Gesetze und Urteile zum Thema Gutachter Gutachter Bewertungen, Erfahrungen

Darf mich der Gutachter am Familiengericht gegen meinen Willen begutachten ?

Es kommt vor, dass Gutachter am Familiengericht die Eltern, die die Begutachtung ihrer Person ablehnen trotzdem begutachten. Um den Gutachter in „seine Schranken“ zu weisen könnten Eltern ihn auf bereits bestehende Gesetze und Urteile schriftlich aufmerksam machen. man könnte zwar davon ausgehen, dass ein Gutachter die Gesetze kennt, wenn er sich beim Familiengericht als Gutachter anbietet, die Praxis zeigt jedoch, dass viele Gutachter das Persönlichkeitsrecht der Eltern missachten.

Zitat: (…) „Eine Begutachtung stellt einen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht gem. Art. 2 Abs. 1 GG der zu Begutachtenden dar und bedarf daher zwingend das Einverständnisses der zu begutachtenden (vgl. BVerfG 1 BvR 683/09= FamRZ 2009, Seite 944 f., sowie )“

Fehlt diese, so verstößt der Psychotherapeut gegen die Schweigepflicht (vgl. § 8 MBO-PP/KJP). Die Verletzung der Schweigepflicht hat strafrechtliche (§ 203 StGB), zivilrechtliche und unter Umständern auch berufsrechtliche Konsequenzen. (vgl. Stellpflug, Berns „Musterberufsordnung für Psychologische Psychotherapeuten, Psychotherapeuten Verlag 2006, Seite 198, Rdnr. 550+ 551)“

Diese Regelung galt nach altem Recht (FGG) und gilt auch im neuen Recht:

Vgl. Bt.-Drs., Bt.-Drs. 16/6308,Ausführungen zu § 29 FamFG, Seite 188:

Das Gericht soll, auch wenn es die Beweise formlos erhebt, an gewisse Grundregeln der Beweisaufnahme kraft Gesetzes ausdrücklich gebunden bleiben. Gemäß Absatz 3 hat das Gericht die Amtsverschwiegenheit gemäß § 376 ZPO und das Recht zur Zeugnis- und Auskunftsverweigerung gemäß den §§ 383 bis 390 ZPO zu beachten.“

(Dies ist keine Rechtsberatung. Fragen Sie ihren Anwalt wenn sie gedenken diese Informationen für Ihren Fall anzuwenden.)

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